Werkstoffe und Verfahren
Hier haben Sie die Wahl: Geben Sie Werkstoff und Verfahren an - Sie erhalten eine Auflistung der empfohlenen Schweißschutzgase.
Ihre Auswahl:
Wissenswertes zu verschiedenen Schweißschutzgasen
Argon 4.6
Argon ist ein inertes Gas, das beim WIG- und MIG-Schweißen für die meisten schmelzschweißgeeigneten Werkstoffe verwendet werden kann. Standard ist Schweißargon mit einer Reinheit von 4.6 (99,996). Aufgrund der eingeschränkten Wärmeleitfähigkeit gibt es jedoch einige Alternativen, mit denen sich eine höhere Wirtschaftlichkeit erzielen lässt.
Argon 4.8
kommt häufig bei gaseempfindlichen Werkstoffen zum Einsatz.
Helium 4.6
Helium überträgt aufgrund der hohen Wärmeleitfähigkeit und des höheren Spannungsbedarfs die Energie sehr gut auf das Werkstück. Es lässt sich dadurch ein tieferer Einbrand erzielen. Die hohe Ionisierungsenergie verursacht jedoch schlechtere Zündeigenschaften und unruhigeren Werkstoffübergang. Beim Schutzgasschweißen wird Helium (100 Prozent) für das WIG-Minuspol-Schweißen von Aluminium verwendet.
Argon-Helium-Gemische
Diese Gemische verbinden die Vorteile der Einzelkomponenten und erlauben eine höhere Schweißgeschwindigkeit.
Argon He® 11 und He 51
Geringe Zumischungen von Stickstoff und Stickstoffmonoxid zu einer Argon-Helium-Mischung bewirken eine Fokussierung und somit eine Steigerung der Energiedichte. Die von Westfalen entwickelte Schutzgasmischung steigert die Schweißgeschwindigkeit und verstärkt die Einbrandtiefe. Das Porenrisiko wird deutlich vermindert. Bis sechs Millimeter Werkstoffdicke hat sich Argon He® 11 mit einer Zumischung von 10 Prozent Helium bewährt. Ab ca. 6 mm bietet Argon He 51 mit 50-prozentigem Heliumanteil optimale Ergebnisse.
Argon Wasserstoff-Gemische
Bei austenitischen Stählen lassen sich Einbrand und Schweißgeschwindigkeit durch Zugabe von Wasserstoff deutlich erhöhen. Der Wasserstoff überträgt zum Einen die Wärme des Lichtbogens besser auf das Werkstück und zum Anderen verringert er die Viskosität der Schmelze. Die besseren Fließeigenschaften ermöglichen wiederum höhere Schweißgeschwindigkeiten. Beim mechanisierten WIG-Schweißen, bei dem sich die höhere Energieeinbringung direkt in Schweißgeschwindigkeit umsetzen lässt, sind Anteile von fünf bis 7,5 Prozent Wasserstoff üblich. Beim Handschweißen beträgt der Wasserstoffanteil in den meisten Fällen unter fünf Prozent. Vorteil ist jedoch auch hier, dass das ohnehin zähe Schweißgut der austenitischen Stähle besser fließt und eine bessere Flankenanbindung sowie Kehlnahtausbildung zu erzielen ist.
Argon Stickstoff-Gemische
Stickstoff ist ein Austenitbildner und erhöht den Anteil im Gefüge bzw. beschleunigt seine Bildung. Schutzgase mit Stickstoffanteil von ein bis fünf Prozent reduzieren daher den Deltaferritgehalt.
Sagox® 2K
Sagox® 2K enthält einen CO2 -Anteil von 2,5 Prozent, der für einen stabilen Lichtbogen sorgt. Standardmäßig wird Sagox® 2K für das MAG-Schweißen von hochlegierten Stählen eingesetzt.
Argon S1, S2, S3
Ursprünglich wurden Argon-Sauerstoff-Gemische eingesetzt um eine Aufkohlung zu vermeiden. Sauerstoff bewirkt ein gutes Fließverhalten, führt jedoch zu einer starken Oxidation, was bei den hochlegierten Stählen nachteilig ist.
Sagox® HC
Sagox® HC bündelt die vorteilhaften Eigenschaften vier verschiedener Komponenten, und ermöglicht so speziell bei Kehlnähten ein optimales Schweißergebnis. Das Schutzgas auf Argon-Basis mit exakt aufeinander abgestimmten Beimischungen von Helium, Wasserstoff und Kohlendioxid bietet ganz entscheidende Verbesserungen:
- Die gezielte Zugabe von Wasserstoff gleicht die nachteilige Wirkung von Kohlendioxid auf das Fließverhalten aus.
- Die geringe CO2-Beimischung minimiert die Oxidation an der Naht, so dass beim Mehrlagenschweißen eine Zwischenreinigung der einzelnen Lagen nicht mehr erforderlich ist.
- Der Heliumanteil steigert die Wärmeleitfähigkeit und sorgt so für ein sehr gutes Benetzungsverhalten.
Sagox® SC
Sagox® SC bietet für Stumpf- und Überlappnähte perfekte Voraussetzungen: Neben Argon, Helium und Kohlendioxid enthält dieses Vier-Komponenten-Gemisch zusätzlich Sauerstoff. Dadurch entsteht ein extrem stabiler und konzentrierter Lichtbogen.
Sagox® He 30/8
Zum Hochleistungsschweißen unlegierter oder niedriglegierter Stähle eignet sich dieses Gemisch besonders, da Abschmelzleistungen von über 10kg/h erzielt werden. Die Drahtvorschubgeschwindigkeit beträgt 15 bis 30m pro Minute. Der Einbrand ist gleichmäßig und überdurchschnittlich groß, so dass Flanken und Wurzel sicher erfasst werden. Darüber hinaus sind die Neigung zur Porenbildung und das Entstehen von Schweißspritzern unter diesem Gas sehr gering.
