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Westfalen Gruppe 2017 mit starkem Ergebniswachstum - Wolfgang Fritsch-Albert wechselt in den Aufsichtsrat

Nach über 40 Jahren als Vorstandsvorsitzender übernimmt Wolfgang Fritsch-Albert den Vorsitz im Aufsichtsrat der Westfalen Gruppe. Der neue Aufsichtsrat (v. li.): Michael Brink, Dr. Bernhard Klofat (stv. Vors.), Renate Fritsch-Albert, Wolfgang Fritsch-Albert (Vors.), Thomas Arnold (neu) und Dierk Winter. Anka Wittenberg und Dr. Wolf-Albrecht Prautzsch sind aus dem Gremium ausgeschieden.

Die Westfalen Gruppe verzeichnete im Jahr 2017 ein starkes Ergebniswachstum.

Die Unternehmenszentrale der Westfalen Gruppe am Industrieweg in Münster.

Die Grillmeister-Flasche sorgte als Verkaufsschlager für ein Absatzwachstum von rund 300 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das außergewöhnlich gute Kältemittelgeschäft bescherte dem Bereich Gase Europa eine deutliche Ergebnissteigerung. In der dazugehörigen erfolgreichen Kampagne „Innovision on Tour“ wurden die Kältemittel von Models dargestellt.

Eine Lkw-Hochleistungswaschanlage nach dem Vorbild des ersten Westfalen Truck Wash in Kerpen entsteht derzeit in Münster-Amelsbüren. Weitere Standorte sind in Planung.

Die Westfalen Gruppe baut ihr Fastfood-Angebot an Tankstellen aus: Die deutschlandweit erste Chopstix Noodle Bar eröffnete im Juni 2017 an der Westfalen Tankstelle Steinfurter Straße in Münster.

Münster. Die Westfalen Gruppe aus Münster kann auf ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr 2017 zurückblicken. Der Konzernumsatz konnte zum Vorjahr um 7,7 Prozent auf 1,71 Mrd. Euro (1,59 Mrd.) gesteigert werden. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) lag im Berichtsjahr mit 36,2 Mio. Euro sogar um 20,7 Prozent höher als 2016 (30,0 Mio.). Auch die Investitionen stiegen im Geschäftsjahr 2017 von einem bereits hohen Vorjahresniveau noch einmal um 1,2 Prozent auf 51,4 Mio. Euro (50,8 Mio.). „Das gute Ergebnis war insbesondere getragen von einem außergewöhnlich guten Kältemittelgeschäft im Bereich Gase Europa und einem erneuten Rekordergebnis im Tankstellengeschäft“, erklärte Wolfgang Fritsch-Albert. Nach über 40 Jahren als Vorstandsvorsitzender des Familienunternehmens ist er am 13. Juli in den Aufsichtsrat der Westfalen Gruppe gewechselt und zum neuen Vorsitzenden des Gremiums gewählt worden. Am 1. September 2018 wird ein Nachfolger den Vorstandsvorsitz des Traditionsunternehmens übernehmen. Bis dahin wird das bisherige Vorstandsteam bestehend aus Reiner Ropohl (Vertrieb), Dr. Meike Schäffler (Produktion, IT und Personal) sowie Torsten Jagdt (Finanzen) gemeinsam das Unternehmen führen.

 

Tankstellengeschäft weiterhin auf hohem Niveau

„Der Bereich Tankstellen erzielte erneut ein Rekordergebnis“, freute sich Vertriebsvorstand Reiner Ropohl. Eine wesentliche Stütze des operativen Ergebnisses habe das starke Kraftstoffgeschäft gebildet. Das Waschgeschäft sei hingegen aufgrund des im Jahresverlauf vielfach regnerischen Wetters hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Weiter positiv entwickelte sich der Absatz des Stickoxide (NOX) mindernden Dieseladditivs AdBlue. Auch die Ergebnisse in den Segmenten Shop und Fast Food konnten gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Im Juni 2017 erweiterte Westfalen sein Fast-Food-Angebot und eröffnete die erste Chopstix Noodle Bar in Deutschland an der Steinfurter Straße in Münster. Das hauseigene Kaffeemarkenkonzept Alvore Caffè wurde 2017 auf weitere Stationen des Tankstellennetzes erfolgreich ausgerollt und entwickelt sich zu einer wichtigen Ertragssäule. Das Konzept umfasst Kaffeesystem, Service sowie den Kaffee aus einer der traditionsreichsten Röstereien Italiens.

 

Gase Europa mit deutlicher Ergebnissteigerung

Insbesondere getragen von einem außergewöhnlich guten Kältemittelgeschäft konnte der Bereich Gase Europa das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr um 24 Prozent steigern. Zu dieser erfreulichen Entwicklung trugen sowohl das Inlandsgeschäft als auch die Auslandsgesellschaften bei. Durch die gesetzlich vorgesehene schrittweise Reduktion der in der EU in Verkehr gebrachten teilfluorierten Kohlenwasserstoffe („F-Gas-Verordnung“) befindet sich der Kältemittelmarkt zurzeit in einer Transformationsphase hin zu Produkten mit einer geringeren Umweltbelastung. Die Sicherstellung der Verfügbarkeit der nachgefragten Produkte stellte sich in der Berichtsperiode als äußerst herausfordernd dar. Die klassischen Produktbereiche Lebensmittel-, Industrie- und Sondergase hingegen blieben auf dem Heimatmarkt hinter den Erwartungen zurück und verharrten auf dem Vorjahresniveau. 

„Die Auslandsgesellschaften erzielten im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Rekordergebnis. Ausnahmslos gelang es ihnen, sowohl den Plan- als auch den Vorjahreswert zum großen Teil sogar deutlich zu übertreffen“, erklärte Finanzvorstand Torsten Jagdt. „Das operative Ergebnis konnte gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt werden.“ Auch hier spielte das Kältemittelgeschäft eine bedeutende Rolle. In Frankreich gelang es darüber hinaus, durch weitere Kundenaufträge die Auslastung der lokalen Luftzerlegungsanlage weiter zu erhöhen. Erfreulich entwickelte sich auch das Healthcare-Geschäft. Erstmals wurden in den Niederlanden über 10.000 Homecare-Patienten mit der Sauerstoff-Therapie von Westfalen versorgt.

 

Energieversorgung: Margenverluste im Brenngasgeschäft – deutliches Absatzwachstum im Grillgas-Segment

Im Berichtsjahr blieb das Ergebnis im Bereich Energieversorgung hinter den Erwartungen zurück. Die Ergebnislücke aus dem traditionell stärksten ersten Quartal konnte auch durch gezielte Kosteneinsparungen im weiteren Verlauf des Jahres nicht entscheidend verringert werden. Ausschlaggebend waren die Margenverluste im Brenngasgeschäft, während die Absatzmengen gegenüber dem Vorjahr sogar leicht gesteigert werden konnten. Im weiter wachsenden Grillgas-Segment erwies sich die Grillmeister-Flasche erneut als Verkaufsschlager mit einem Absatzwachstum von rund 300 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Ausbau des Machwerker Netzwerkes wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter vorangetrieben. Ropohl: „Mit dem Machwerker Konzept beabsichtigt Westfalen, im Sanitär- und Heizungsmarkt weiter zu wachsen. Ziel des Programms ist es, mit kompetenten Partnern, effizienten Heizungskomplettpaketen und optimaler Beratung Kunden zu Energieeinsparungen und somit geringeren Energiekosten zu verhelfen.“ Maßgeblich an der Umsetzung beim Kunden vor Ort beteiligt sind die sogenannten „Machwerker“, erfahrene Handwerker aus dem Bereich Sanitär, Heizung und Klima (SHK). „Bis zum Jahresende konnte das Netzwerk bereits auf 76 Betriebe ausgeweitet und der Umsatz gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert werden“, so Ropohl.

 

Höhere Flexibilität und Produktivität dank neuer Prozesse
Zum Stichtag 31.12.2017 waren bei der Westfalen Gruppe insgesamt 1.663 Mitarbeiter beschäftigt, davon 1.373 in Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Beschäftigtenzahl geringfügig um 2,8 Prozent. Die Zahl der Auszubildenden lag Ende 2017 gruppenweit bei 80.

Mitarbeiterentwicklung wird bei Westfalen großgeschrieben. Im Berichtsjahr ist daher mit einem neu konzipierten Talentmanagement begonnen worden, das 2018 auch gruppenweit ausgerollt wird. In einem modernen Familienunternehmen hat die Vereinbarkeit von Beruf und Familie einen hohen Stellenwert. Westfalen unterstützte die Gründung des Vereins „Working Moms Pro Kinder Pro Karriere Münster e.V.“. Darüber hinaus besteht seit 2017 eine Kooperation mit der Care.com Europe GmbH. Dabei geht es im Themenspektrum etwa um Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen, aber auch um Sucht und Schulden. Hier wird eine kostenlose Beratung angeboten.

Digitalisierung führt dazu, mehr Möglichkeiten für mobiles Arbeiten anzubieten. Höhere Flexibilität und Produktivität sind nur zwei der zahlreichen Vorteile, die damit verbunden sind. Im Arbeitgeber-Attraktivitätsindex (AVI) des Nyckeltal Instituts Deutschland sicherte sich Westfalen 2017 für das vorangegangene Jahr den ersten Platz als attraktivster Arbeitgeber.

Das Unternehmen hat 2017 die Initiative „Jump“ neu gestartet. Diese beschäftigt sich mit der kontinuierlichen Verbesserung von Prozessen (KVP). Die ersten Erfolge konnten in den Werken Nohfelden und Wanzleben erzielt werden. Wesentliche Bestandteile waren das Verkürzen von Fahrwegen, die Erhöhung der Produktivität in der Abfüllung und die Reduzierung von Rüstzeiten.  

 

Ausblick

„Vor dem Hintergrund der positiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den europäischen Kernmärkten rechnen wir damit, den Umsatz und das operative Ergebnis im Bereich Gase Europa 2018 weiter zu steigern“, erklärte Fritsch-Albert. „Die Entwicklung des ersten Quartals lässt vermuten, dass das Geschäft mit Kältemitteln erneut einen wesentlichen Beitrag dazu leisten wird“, so seine Prognose. Im Bereich Energieversorgung wird Westfalen die Ausweitung des saisonunabhängigen Geschäftes vorantreiben. Dazu gehören der Ausbau des Zählerkundenanteils im Flüssiggasgeschäft und das angestrebte Wachstum im Strom- und Erdgasgeschäft. Zudem plant das Unternehmen 2018 die konsequente Erweiterung des Machwerker Netzwerkes, um im attraktiven Sanitär- und Heizungsmarkt stärker zu wachsen. Im Tankstellenbereich dreht sich vieles um die Mobilität der Zukunft. Ropohl: „Neben dem Angebot von Alternativkraftstoffen wie Autogas, Ladestrom und Wasserstoff setzt Westfalen auch weiterhin auf Diesel und die konventionellen Ottokraftstoffe.“ In diesem Zusammenhang wird Westfalen das AdBlue-Angebot durch die Aufstockung der Anzahl entsprechender Zapfsäulen 2018 zielgerichtet ausweiten. „Investitionen in neue Gastronomiekonzepte sowie der weitere Ausbau des Waschgeschäftes im Pkw- und Truckbereich lassen den Anteil des Tankstellengeschäftes außerhalb des klassischen Kraftstoffmarktes in den kommenden Jahren stetig weiter wachsen“, so Ropohl abschließend.

 

Westfalen Gruppe

Die Westfalen Gruppe ist als Technologieunternehmen der Energiewirtschaft mit insgesamt 23 Tochter-  und Beteiligungsgesellschaften in Deutschland, Belgien, Frankreich, den Niederlanden, Österreich, Polen, der Schweiz und Tschechien tätig. Das im Jahre 1923 gegründete Familienunternehmen mit über 20 Produktionsstandorten in Europa hat seinen Hauptsitz in Münster. Die Geschäftsfelder sind Gase, Energieversorgung und Tankstellen. Die Westfalen Gruppe erwirtschaftete mit rund 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von über 1,7 Milliarden Euro.