Kontakt


Westfalen Gruppe wieder auf Erfolgskurs

Die Unternehmenszentrale der Westfalen Gruppe am Industrieweg in Münster.

Westfalen Truck Wash in Kerpen: Die dreispurige Waschanlage bietet für jeden Fahrzeugtyp und Verschmutzungsgrad das passende Programm.

Westfalen baut in Zusammenarbeit mit der Clean Energy Partnership (CEP) eine Wasserstoff-Betankungsanlage.

Die Fertigstellung der Wasserstoff-Tankstelle an der Westfalen Station in Münster-Amelsbüren ist für Ende 2016 geplant.

Münster. Nach dem enttäuschenden Ergebnis im Vorjahr verlief die wirtschaftliche Entwicklung der Westfalen Gruppe im Geschäftsjahr 2015 wieder deutlich positiver. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) stieg im Konzern um gewaltige 30,5 Mio. Euro von 1,5 Mio. Euro auf 32,0 Mio. Euro. Die Ergebnisverbesserung resultiert aus den 2015 höheren operativen Ergebnissen der Bereiche. Im Vorjahr waren in den Bereichsergebnissen Energieversorgung und Tankstellen erhebliche Effekte aus dem Verfall der Preise für Mineralölprodukte enthalten. Der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2015 liegt mit 1,65 Mrd. Euro um 129,8 Mio. Euro oder 7,3 Prozent unter dem des Vorjahres (1,78 Mrd. Euro). Umsatzmindernd wirkten sich im Bereich Energieversorgung und bei den Tankstellen der Rückgang des Preisniveaus für Flüssiggas und Kraftstoffe aus. „Mit unserer Markenstärke, hoher Servicequalität und persönlichem Einsatz konnten wir die Margen jedoch deutlich steigern“, betonte Vorstandsvorsitzender Wolfgang Fritsch-Albert.

 

Bereich Gase im Aufwind

Der Bereich Gase konnte im Berichtsjahr Umsatz und Ergebnis verbessern und die Vorgaben leicht übertreffen. Höhere Absätze und positive Margenentwicklungen – insbesondere bei Sondergasen und flüssigen Industriegasen – führten gegenüber Vorjahr zu Ergebnisverbesserungen. Die Patentanmeldung eines neuen Verfahrens in der Schweißtechnik für das Rapid-Prototyping mit dem MAG-Verfahren und einer Argon-Flüssigkühlung spart Rohstoffe sowie Fertigungszeiten und beweist die Innovationskraft der Westfalen Gruppe. Unter dem Markennamen Corpadur® hat die Westfalen Gruppe im Berichtsjahr ihr Medizinprodukt-Portfolio mit dem medizinischen Gas Kohlendioxid aus eigener Herstellung erweitert. Im Mai 2015 erwarb Westfalen 80 Prozent der Anteile an der Medica-Technik GmbH. Die Medica-Technik ist ein Spezialunternehmen für Homecare, Medizin- und Rehatechnik mit Hauptsitz in Brachbach im Siegerland. Ausgestattet mit einer gestärkten Kapitalbasis soll sich die Wachstumsstrategie der Medica-Technik auf das deutschlandweit profitable Neugeschäft mit Produkten und Dienstleistungen zur Sauerstoff-Langzeittherapie konzentrieren.

Die Entwicklung unserer ausländischen Tochtergesellschaften verlief sehr unterschiedlich. Besser als geplant entwickelten sich vor allem die Tochtergesellschaften in Belgien und der Schweiz. Dagegen konnten die Töchter in Österreich und Frankreich die Ergebniserwartungen nicht erfüllen.

 

Deutliche Ergebnisverbesserungen im Bereich Energieversorgung

Noch im Vorjahr hatte der starke Preisverfall für Mineralölprodukte zu gravierenden Ergebnisbelastungen im Rahmen der Warenbewertung im Bereich Energieversorgung geführt.

2015 konnten die Absätze gegenüber Vorjahr insgesamt zwar leicht gesteigert werden, die Brenngasabsätze lagen jedoch aufgrund der hohen Durchschnittstemperaturen zum Jahresende erneut unter den Erwartungen. Aufgrund des niedrigeren Preisniveaus für Flüssiggas waren die Umsatzerlöse deutlich niedriger als im Vorjahr. Erfreulich waren sowohl die Steigerung der Erdgas- und Stromlieferverträge auf rund 13.800 (Vorjahr rund 10.000) als auch der Absatz der im Vorjahr eingeführten Treibgasflasche Conneo.

 

Tankstellen mit guter Entwicklung

Obwohl der Bereich Tankstellen die Kraftstoffabsätze erfreulich steigern konnte, sind die Umsätze wegen des niedrigen Preisniveaus für Kraftstoffe deutlich gesunken. Dank stabiler Margen, Absatzsteigerungen insbesondere bei Dieselkraftstoffen und der anhaltend positiven Entwicklung des Wasch-, Shop- und Bistrogeschäfts lag das Ergebnis über Vorjahr und über Plan.

Für das Tankstellenkonzept erhielt die im Vorjahr eröffnete Tankstelle in Münster-Amelsbüren den Innovationspreis der Tankstellenbranche. Ausgezeichnet wurde insbesondere der deutschlandweit erste Drive-in-Schalter für Tankstellen-Shop und -Gastronomie. Mit der vereinbarten Kartenakzeptanz zwischen der AVIA Mineralöl-AG, München, und der Westfalen AG wird die Westfalen Service Card seit Anfang 2016 von rund 800 AVIA Tankstellen angenommen. Damit ist unsere Westfalen Service Card mit 5.500 Stationen die am häufigsten akzeptierte Tankkarte in Deutschland.

 

Zukunftsorientierter Personalzuwachs

Zum 31. Dezember 2015 waren bei der Westfalen Gruppe europaweit 1.670 Mitarbeiter beschäftigt, insgesamt 246 oder 17,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Hauptursache für diesen starken Anstieg der Beschäftigten war die Mehrheitsbeteiligung an der Medica-Technik GmbH. Die Westfalen Gruppe ist nach einer Erhebung von Focus Spezial in Zusammenarbeit mit der Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu im vierten Jahr in Folge unter den besten Arbeitgebern in Deutschland.

Hohe Investitionen

Im Geschäftsjahr 2015 investierte die Westfalen Gruppe im Konzern 46,5 Mio. Euro (Vorjahr 51,0 Mio. Euro). Größere Investitionen im Bereich Gase betrafen die Mehrheitsbeteiligung an der Medica-Technik GmbH, den Ausbau des Gasegeschäfts im Ausland sowie Erweiterungs-, Rationalisierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen.

„Investiert haben wir auch in den Ausbau unseres Tankstellennetzes. Vor wenigen Tagen haben wir in Kerpen nach nur sechsmonatiger Bauzeit die erste Lkw-Hochleistungswaschanlage unter dem Namen Westfalen Truck Wash eröffnet“, erklärte Westfalen Vertriebsvorstand Reiner Ropohl. Vor einigen Monaten kam bereits eine weitere Westfalen Tankstelle im Rheinland in Köln-Lövenich dazu. „Besonders stolz sind wir auf unser Leuchtturmprojekt in Münster-Amelsbüren. Hier bieten wir, einzigartig in Deutschland, einen Drive-in-Schalter für Tankstellen-Shop und -Gastronomie.“ Damit nicht genug. Münster-Amelsbüren setze ein wichtiges Zeichen bei den alternativen Antriebsenergien. „Zurzeit entsteht hier unsere erste Wasserstoff-Tankstelle für die Betankung von Elektrofahrzeugen, die mit Brennstoffzellentechnik angetrieben werden“, so Ropohl weiter.

 

Ausblick

Für den Bereich Gase erwartet Westfalen bei steigenden Absätzen und höheren Umsätzen eine leichte Verbesserung der Ergebnisse.

Im Bereich Energieversorgung geht das Unternehmen 2016 im Vergleich zu 2015 von kälteren Jahresdurchschnittstemperaturen und daher von Absatz- und Umsatzsteigerungen für Westfalengas aus. Der Deutsche Verband Flüssiggas (DVFG) hat 2015 die Potenziale für Flüssiggas bei der Luftreinhaltung untersuchen lassen. Die durchgeführten Studien beweisen, welchen signifikanten Beitrag Flüssiggas beim Kampf gegen die Luftverschmutzung leisten kann.

Auch will Westfalen künftig verstärkt als Vollversorger am Kunden auftreten und Synergien aus dem Angebot segmentübergreifender Produkte nutzen. Ferner erwartet Westfalen einen weiteren Anstieg bei Erdgas- und Stromverträgen sowie weitere Vermarktungserfolge bei der Treibgasflasche Conneo und der neuen Grillgasflasche Grillmeister.

Im Bereich Tankstellen hängt die Ergebnisentwicklung stark von der Veränderung der Kraftstoffmargen ab. Die hohe Preisvolatilität der Mineralölprodukte und der Wettbewerbsdruck erschweren die Ergebnisprognose. Bei einem auf Vorjahresniveau geplanten Absatz und Umsatz sind die Ergebnisplanungen zurückhaltend.